Hintergründe Infos

Hier weitere Informationen, die Anlass bieten, über eine Vereingründung und Förderung, kulturelle Projekte zu fördern.

Warum das Ganze ?, so lautet der Einleitungstext zum Kongress www.soziokultur-nrw.de in Bochum am 22. Februar.

Liebe Kongressinteressierte!
Der LAG-Zukunftskongress 2015 konstatierte: die Soziokultur mit ihrem vorwiegend programm- und projektbezogenen Arbeitsfeld erfordert eine angemessenere Finanzierung, um Vorhaben kontinuierlich professionell und qualitativ umzusetzen.

Soziokulturelle Zentren sind eine feste Institution in der lokalen oder regionalen Kulturlandschaft und nicht mehr wegzudenken. Ihre materielle und personelle Situation bleibt trotz ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz in hohem Maße prekär.

Der unterschiedliche Finanzierungsmix aus öffentlichen Mitteln, eigenen Umsätzen und Zuwendungen privater Geldgeber hat seinen Reiz und ist gelebte Unsicherheit, weil sich perspektivische Planungen kaum kalkulieren lassen. Zahlreiche Fördertöpfe stehen den soziokulturellen Zentren und Akteuren zur Verfügung. Doch für eine erfolgreiche Beantragung und Durchführung nebst Verwendungsnachweis muss u.a. auch qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen.

Wenn dann Förderanträge zusätzlich nicht bewilligt werden, Veranstaltungen nicht den Zuspruch bekommen, den sie verdienen oder unvorhergesehene
Ausgaben anfallen, steht neben der konkreten Kostendeckung und der Qualitätssicherung immer auch das Einrichtungskonzept insgesamt in Frage.

Das Wirken von Zentren und Akteure an den wichtigen Schnittstellen zwischen Kultur, Kunst, Bildung, Jugend, Umwelt, Soziales, Politik und Integration ist das zentrale Arbeitsfeld der Soziokultur. Von Anfang an begegnen sie gesellschaftlichen Entwicklungen situativ aus ihrem offenen und demokratischen Selbstverständnis heraus. Die Umsetzung der Praxis äußert sich dabei in den kreativen, integrativen und partizipatorischen Angeboten.

Permanenter ökonomischer Druck birgt die Gefahr, dass sich Zentren von ihren Konzepten und Zielen entfernen könnten und sich an einem marktkonformen Pragmatismus orientieren, der Inhalte und Werte der Soziokultur zunehmend ignoriert. Der LAG-Kongress „Kultur der Gegenwart und was sie kostet“ diskutiert
gegenwärtige Finanzierungsfragen, -formen und -modelle im Kontext von erforderlichen Voraussetzungen für eine „Gute Arbeit“ in der Soziokultur. Fragt nach deren Wirkung auf die künstlerische Qualität. Beleuchtet, was Kultur uns wert ist. Benötigt und entwickelt werden: Realistische Modelle auf der Handlungsebene
für die Praxis und Durchsetzungsstrategien in Stadt und Land.

Kommentar von Klaus Thiesing: Kultur kostet. Kultur ist aber wichtig. Ohne ein Modell zur Finanzierung von Kultur findet erlebbare Kultur nicht statt.